25-OH-Vitamin-D3 (Calcidiol)

25-Hydroxy-Vitamin-D3 

25-OH-Vitamin-D3 (Calcidiol)

25-OH-Vitamin-D3 (25-Hydroxy-Vitamin-D3, Calcidiol) ist eine Zwischenstufe von Vitamin D. Seine Werte werden bei Bluttests gemessen, um einen Mangel festzustellen

Inhalt

  • Was ist 25-OH-Vitamin-D3?
  • Was bedeuten die 25-OH-Vitamin-D3-Werte bei einem Bluttest?
  • Wie kann man das 25-OH-Vitamin-D3 anheben?

25-OH-Vitamin-D3 – der wichtigste Wert für Vitamin D

Synthese-simpelDas durch die Sonne gebildete oder durch die Nahrung aufgenommene Vitamin D durchläuft im Körper mehrere Umwandlungsstufen, bevor es seine eigentlich aktive Form erreicht.

Zunächst wird Vitamin D3 in der Leber zum sogenannten 25-Hydroxy-Vitamin-D3 (auch: Calcidiol) umgewandelt – der Zirkulationsform von Vitamin D in unserem Blut. Als dieses 25-OH-Vitamin-D3 wird das Vitamin D im Körper verteilt und erst dann durch die Niere oder in den Zellen nach Bedarf zum eigentlich aktiven Vitamin-D-Hormon Calcitriol umgewandelt. (1)

25-OH-Vitamin-D3 ist also eine nicht-aktive Vorstufe des aktivem Vitamin D3 und entfaltet selbst keine Wirkung. Trotzdem ist 25-OH-Vitamin-D3 heute der wichtigste Messwert für den Vitamin-D-Status. Denn nur bei einem ausreichend hohen 25-OH-Vitamin-D3-Spiegel ist eine Versorgung des Körpers mit aktivem Vitamin D sichergestellt. (2)

Das ist wichtig

  • 25-OH-Vitamin-D3 ist die Messgröße für Vitamin D im Blut
  • Viele Menschen haben zu niedrige Werte
  • Wert sollte zwischen 35 und 60 ng/ml liegen.
  • Im Winter und bei Mangel sollten Vitamin-D-Präparate eingenommen werden.

25-OH-Vitamin-D im Bluttest

Warum aber wird bei einem Bluttest mit 25-OH-Vitamin-D3 eine inaktive Vorstufe gemessen und nicht direkt das aktive Vitamin D?

Der Grund ist in der Regulation des Vitamin-D-Hormons zu finden: Da das aktive Vitamin D nur nach Bedarf gebildet wird, schwankt der Spiegel sehr stark und lässt kaum Aussagen über die allgemeine Versorgung zu.

25-OH-Vitamin-D3 hingegen ist sozusagen der Rohstoff, aus welchem das Vitamin-D-Hormon gebildet wird. Anhand der Vorstufe 25-OH-Vitamin-D3 lässt sich darum in fast allen Fällen recht genau ablesen, wie gut der Körper mit Vitamin D versorgt ist.

Mehr Informationen zur Regulation von Calcitriol auch im Artikel Vitamin-D-Regulation.

Der richtige 25-OH-Vitamin-D3-Wert

Anhand des 25-OH-Vitamin-D3-Wertes im Blut kann auf diese Weise ein Vitamin-D-Mangel festgestellt werden. Aber wo beginnt ein Mangel – und wo liegen die optimalen Vitamin-D-Werte?

Obwohl dieses Thema derzeit durchaus noch diskutiert wird, gehen die meisten Forscher heute davon aus, dass ein akuter Mangel bei Werten unterhalb von 20 ng/ml (50 nmol/l) und optimale Werte zwischen 35 und 60 ng/ml (entspricht 87 bis 150 nmol/l) anzusetzen sind. (3)

Die oben genannten verschiedenen Einheiten sind leider noch immer im Gebrauch, so dass bei der Interpretation von Vitamin-D-Werten immer auf die jeweilige Maßeinheit zu achten ist.

Normwerte für 25-OH-Vitamin-D3

Hier eine Übersicht über 25-OH-Vitamin-D3-Werte und ihre Interpretation.

Vitamin-D-SpiegelMehr Informationen zur Herleitung dieser Interpretation finden sich auch in den Artikeln Vitamin-D-Spiegel und Vitamin-D-Werte.

25-OH-Vitamin-D3 Spiegel oft zu niedrig

Während die meisten Menschen in Äquatornähe ausreichende 25-OH.Vitamin-D3-Spiegel von über 30 ng/ml aufweisen, liegen die Werte in Nord- und Mitteleuropa zum Teil erschreckend niedrig.

In Deutschland etwa beträgt der durchschnittliche Wert nur 16 ng/ml, was einem ausgeprägten Vitamin-D-Mangel entspricht. (4)

Die weite Verbreitung solch niedriger 25-OH-Vitamin-D3-Spiegel ist vor allem auf einen durch die moderne urbane Lebensweise bedingten Sonnenmangel zurückzuführen: Viel Aufenthalt in geschlossenen Räumen, lange Kleidung, Sonnenschutzmittel, Hautalterung und viele weitere Faktoren führen dazu, dass nicht ausreichend Vitamin D durch die Sonne gebildet werden kann. (5)

Hinzu kommt, dass von Oktober bis April die Sonnenintensität nördlich von Italien ohnehin nicht mehr für eine Vitamin-D-Produktion ausreicht. Bereits 8 Wochen ohne Sonne können jedoch bei den meisten Menschen einen Vitamin-D-Mangel auslösen. (6)

Mehr hierzu auch im Artikel Vitamin D und Sonne.

Weitere Ursachen für niedrige 25-OH-Vitamin-D3-Werte sind Verwertungsstörungen – vor allem durch Schäden an Leber und Niere – Magen- und Darmkrankheiten, Wechselwirkungen mit verschiedenen Medikamenten und Erkrankungen der Nebenschilddrüse.

25-OH-Vitamin-D3-Mangel

Jede Zelle benötigt Vitamin D, um korrekt arbeiten zu können – denn Vitamin D steuert über 2000 Gene und hat so einen erheblichen Einfluss auf die Zellfunktion. (7)Ein Vitamin-D-Mangel begünstigt daher die Entstehung diverser Krankheiten.

Vitamin D steuert auch die Aufnahme von Calcium, dem wichtigsten Baustoff unserer Knochen – bei niedrigen Vitamin-D-Werten unter 30 ng/ml können darum Knochenkrankheiten wie Rachitis bei Kindern und Osteomalzie bei Erwachsenen auftreten. (8)

Die Symptome eines 25-OH-Vitamin-D3-Mangels sind entsprechend weit gefächert und reichen von chronischer Leistungsschwäche über Knochenkrankheiten, Herz- Kreislaufkrankheiten, Infektanfälligkeit und psychischen und neurologischen Erkrankungen bis hin zu verschiedenen Formen von Krebs.

Mehr Informationen finden sich im Artikel Vitamin-D-Mangel-Symptome

Den Calcidiol-Spiegel anheben

Aus diesen Gründen empfehlen heute viele Gesundheitsexperten mindestens im präventiv Winter Vitamin-D-Präparate einzunehmen. Im Winter sollten Erwachsene hierzu etwa 2000 – 4000 IE Vitamin D3 einnehmen. (9, 10)

Mehr Informationen zur Dosierung auch im Artikel Vitamin-D-Dosierung.

Bei einem bereits akut bestehenden Mangel, wird eine hochdosierte Vitamin-D-Therapie durchgeführt, um den Vitamin-D-Spiegel möglichst schnell zu normalisieren. Je nach Vitamin-D-Spiegel sind dabei verschiedene Dosierungen möglich.

Informationen über Ablauf und Dosierung können unter Vitamin-D-Mangel-Therapie nachgelesen werden.

Quellen

  1. Sylvia Christakos, Dare V. Ajibade, Puneet Dhawan, Adam J. Fechner, Leila J. Mady, Vitamin D: Metabolism, Rheumatic Disease Clinics of North America, Volume 38, Issue 1, February 2012, Pages 1-11, ISSN 0889-857X, http://dx.doi.org/10.1016/j.rdc.2012.03.003
  2. Vieth, Reinhold. The pharmacology of vitamin D, including fortification strategies. Vitamin D, 2005, 2. Jg., S. 995-1015.
  3. Holick, Michael F. Vitamin D deficiency. New England Journal of Medicine, 2007, 357. Jg., Nr. 3, S. 266-281.
  4. Kipshoven, Christoph. Querschnittsstudie zur Abschätzung des Vitamin-D-Status in der Bevölkerung in Deutschland (DEVID-Studie). Diss. Köln, Univ., Diss., 2010, 2010.
  5. Holick, Michael F., et al. Photobiology of vitamin D. Vitamin D., 1997, S. 33-39.
  6. Webb, Ann R.; Kline, L.; Holick, Michael F. Influence of Season and Latitude on the Cutaneous Synthesis of Vitamin D3: Exposure to Winter Sunlight in Boston and Edmonton Will Not Promote Vitamin D3 Synthesis in Human Skin*. The Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism, 1988, 67. Jg., Nr. 2, S. 373-378.
  7. Seuter, Sabine; Antonio Neme; Carlberg, Carsten. Characterization of genomic vitamin D receptor binding sites through chromatin looping and opening. PloS one, 2014, 9. Jg., Nr. 10.1371.
  8. Barvencik, P. D. F., & Amling, M. . Vitamin-D-Stoffwechsel des Knochens. Der Orthopäde, 2015, S. 1-8.
  9. Aspray, Terry J., et al. National osteoporosis society vitamin d guideline summary. Age and ageing, 2014, S. afu093.
  10. Holick, Michael F., et al. Evaluation, treatment, and prevention of vitamin D deficiency: an Endocrine Society clinical practice guideline. The Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism, 2011, 96. Jg., Nr. 7, S. 1911-1930.



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