Vitamin D Körperspeicher

Vitamin D Speicher 

Vitamin D Körperspeicher

Vitamin-D-Körperspeicher sind die Vitamin-D-Reserve für den Winter. Wie lange reichen sie? Wie kann man den Vitamin-D-Körperspeicher aufbauen?

Zusammenfassung
  • Vitamin-D-Körperspeicher sind wichtig, um einen gesunden Vitamin-D-Spiegel aufrecht zu erhalten.
  • Im Winter sind wir auf das Vitamin D der Körperspeicher oder auf Präparate angewiesen
  • Ausreichend Sonne im Sommer ist nötig, um die Körperspeicher zu füllen
  • Um die Körperspeicher über Präparate zu füllen, werden in der Anfangstherapie hohe Dosen Vitamin D eingesetzt.

 

Vitamin-D-Speicher

Vitamin D ist ein fettlösliches Vitamin und kann darum vom Körper gut im Fettgewebe und in Muskeln gespeichert werden. Dies ist für das Leben in unseren Breitengraden auch dringend notwendig: Wird im Sommer ausreichend Sonne getankt und damit Vitamin D produziert, sind die Körperspeicher zum Winter gut gefüllt und können einen Teil des Bedarfs decken.

Dabei leeren sich die Speicher aber natürlich und es wird zunehmend schwieriger für den Körper, einen stabilen Vitamin-D-Spiegel im Blut aufrecht zu erhalten. Je weiter die Vitamin-D-Speicher sich leeren, desto tiefer sinkt auch der Vitamin-D-Spiegel im Blut.

Vitamin-D-Körperspeicher füllen

Die beste Methode, die Vitamin-D-Speicher zu füllen, besteht in ausgiebigen Sonnenbädern. In etwa 30-60 Minuten kann der Körper je nach Hauttyp 10.000 – 20.000 IE Vitamin D herstellen (1, 2), danach verhindert ein Regulierungsmechanismus die weitere Produktion, um eine Überdosierung zu verhindern. Zu viel Vitamin D durch Sonne ist also nicht möglich.

Im Winter können die Vitamin-D-Speicher entweder durch den Besuch eines Solariums oder durch die orale Gabe von Vitamin-D -Präparaten gefüllt werden. Eine mögliche Dosierung wären hier 10.000 IE täglich für etwa 8 Wochen. (3)

Sind die Speicher erst gefüllt, reicht eine Erhaltungs-Dosis, um den Blutspiegel konstant und die Körperspeicher gefüllt zu halten. Hier werden je nach Quelle zwischen 1000 und 6000 IE empfohlen. (4)

Größe der Vitamin-D-Körperspeicher

Die genaue Größe der Vitamin-D-Körperspeicher ist sehr individuell. Bei normalgewichtigen wird von etwa 20.000 – 100.000 IE ausgegangen. (5, 7-12) Studien konnten zeigen, das 1 kg Fettgewebe durchschnittlich etwa 4000 IE Vitamin D enthalten – dies entspräche bei 70 kg Körpergewicht ebenfalls einem Gesamt-Speicher von rund 100.000 IE. (6) Dabei variiert die tatsächliche Größe natürlich je nach Körpermasse und Vitamin-D-Aufnahme. In sehr fettleibigen Menschen wurden Vitamin-D-Körperspeicher bis zu 400.000 IE errechnet. (7)

Um nennenswerte Vitamin-D-Körperspeicher aufzubauen, ist zumindest für einige Zeit die Aufnahme oder Produktion von Vitamin D weit über den täglichen Bedarf hinaus nötig. So konnte bei Schweinen gezeigt werden, dass bei einer Versorgung mit einer reinen Erhaltungsdosis von 2000 IE die Körperspeicher gerade mal rund 15.000 IE umfassten. Diese Reserve reicht nur wenige Tage und ist nicht geeignet, einen vernünftigen Vitamin-D-Spiegel aufrecht zu erhalten. Bei niedrigem BMI ist ebenfalls nicht damit zu rechnen, dass die Körperspeicher einen Beitrag zur Vitamin-D-Versorgung leisten können.

Beitrag der Körperspeicher zur Vitamin-D-Versorgung

Es wird davon ausgegangen, das ständig Vitamin D aus den und in die Körperspeicher diffundiert. Dabei wird Vitamin D nur langsam und in kleinen Mengen vom Fettgewebe wieder abgegeben. Freigesetzt werden die Körperspeicher nur beim Abbau der Fettgewebe durch Fasten.(13) Wenngleich also die Körperspeicher vielleicht eine evolutionäre Absicherung für die Teils harten Winter waren, dürften sie diese Rolle in der modernen Welt nur noch sehr bedingt erfüllen.

Auch wenn man die Gesamtgröße der Körperspeicher von rund 100.000 IE betrachtet, wird schnell klar, dass ihr Beitrag zur Vitamin-D-Versorgung nur begrenzt sein kann: Bei einem Gesamtbedarf von 2000-5000 IE reichen diese Speicher für maximal 20 bis 50 Tage.

Körperspeicher und hochdosiertes Vitamin D

Viele Therapeuten raten dazu, bei einem Vitamin-D-Mangel zunächst eine recht hohe Anfangs- und Aufbaudosis zu geben und erst danach zu einer Erhaltungsdosis zu wechseln.  Dies soll neben der schnellen Anhebung der Spiegel auch die Körperspeicher füllen. Teilweise kommt dabei auch eine Dosierung als Wochendosis zum Einsatz, wobei meist 50.000-60.000 IE für etwa 8 Wochen gegeben werden.

Diese Art der Behandlung hat den Vorteil, dass recht schnell gute Vitamin-D-Spiegel erreicht werden. Es ist aber auch zu beachten, dass derart Hohe Dosierungen an einem Tag mittels körpereigener Synthese über die Sonne nicht zu erreichen wären.

Ob die Körperspeicher auf diese Weise wirklich nennenswert gefüllt werden, wird bezweifelt, da dies vermutlich ein eher langfristiger Prozess ist. (11)

Vitamin-D-Körperspeicher: Der Sonnen-Akku des Körpers?

In unseren Breitengraden ist eine Vitamin-D-Produktion durch die Sonne in den Wintermonaten nicht möglich. Auch die Erhaltung von ausreichenden Vitamin-D-Körperspeichern kann den Bedarf selbst unter besten Bedingungen nicht decken.

Die sommerliche Sonne sollte ausgiebig genutzt werden, zusätzlich empfiehlt es sich aber, im Winter eine Erhaltungsdosis von mindestens 3000 IE einzunehmen, um eine ausreichende Vitamin-D-Versorgung sicher zu stellen.

Quellen

  1. Davie MW, Lawson DE, Emberson C, Barnes JL, Roberts GE, Barnes ND. Vitamin D from skin: contribution to vitamin D status compared with oral vitamin D in normal and anticonvulsant-treated subjects. Clin Sci 1982;63:461–72.
  2. Holick MF. Environmental factors that influence the cutaneous production of vitamin D. Am J Clin Nutr 1995;61(suppl):638S–45S Pearce, S. H., et al. Diagnosis and management of vitamin D deficiency. Bmj, 2010, 340. Jg., Nr. 7738, S. 142-147.
  3. Holick, Michael F., et al. Evaluation, treatment, and prevention of vitamin D deficiency: an Endocrine Society clinical practice guideline. The Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism, 2011, 96. Jg., Nr. 7, S. 1911-1930.
  4. Heaney, Robert P., et al. Human serum 25-hydroxycholecalciferol response to extended oral dosing with cholecalciferol. The American journal of clinical nutrition, 2003, 77. Jg., Nr. 1, S. 204-210.
  5. Heaney RP, Horst RL, Cullen DM, Armas LA. Vitamin D3 distribution and status in the body. J Am Coll Nutr. 2009 Jun;28(3):252-6. Review. PubMed PMID: 20150598.
  6. Lawson, D. E. M., et al. Estimation of vitamin D 3 and 25-hydroxyvitamin D3 in muscle and adipose tissue of rats and man. Clinica chimica acta, 1986, 157. Jg., Nr. 2, S. 175-181.
  7. Pramyothin, P., Biancuzzo, R. M., Lu, Z., Hess, D. T., Apovian, C. M., & Holick, M. F. (2011). Vitamin D in Adipose Tissue and Serum 25‐Hydroxyvitamin D After Roux‐en‐Y Gastric Bypass. Obesity, 19(11), 2228-2234.
  8. Blum M, Dolnikowski G, Seyoum E, et al. Vitamin D(3) in fat tissue. Endocrine. 2008; 33(1):90–94.
  9. Beckman LM, Earthman CP, Thomas W, et al. Serum 25(OH) vitamin D concentration changes after roux-en-Y gastric bypass surgery. Obesity (Silver Spring). 2013;21(12):E599–606.
  10. Robert P. Heaney and Laura A.G. Armas. Quantifying the vitamin D economy. Nutrition Reviews VR Vol. 73(1):51–67
  11. Heaney RP, Recker RR, Grote J, Horst RL, Armas LA. Vitamin D(3) is more potent than vitamin D(2) in humans. J Clin Endocrinol Metab. 2011 Mar;96(3):E447-52.
  12. Carrelli, A., Bucovsky, M., Horst, R., Cremers, S., Zhang, C., Bessler, M., … & Stein, E. M. (2016). Vitamin D Storage in Adipose Tissue of Obese and Normal Weight Women. Journal of Bone and Mineral Research.
  13. Gangloff, A., Bergeron, J., Lemieux, I., & Després, J. P. (2016). Changes in circulating vitamin D levels with loss of adipose tissue. Current Opinion in Clinical Nutrition & Metabolic Care.



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