Vitamin K2 kaufen

Vitamin K2 kaufen: Was sie vor dem Kauf unbedingt wissen müssen. Die wichtigsten Qualitätsunterschiede und wie Sie das beste Vitamin-K2-Präparat erkennen.

Vitamin K2 kaufen – was sie unbedingt wissen müssen

Bei wohl fast keinem Vitamin sind die Qualitätsunterschiede derzeit so groß, wie bei Vitamin K2. Die Spanne reicht hier von qualitativ sehr guten bis zu völlig wirkungslosen Präparaten.  Bevor Sie Vitamin K2 kaufen, sollten sie darum dringend einige Dinge beachten.

Viele Vitamin-K2-Präparate enthalten minderwertige Wirkstoffe, umstrittene Zusatzstoffe, unsinnige Dosierungen und werden zu überteuerten Preisen vertrieben. Tatsächlich existiert für Vitamin K2 sogar ein regelrechter Etikettenschwindel.

Viele Vitamin-K2-Präparate enthalten nicht annähernd die auf dem Etikett ausgewiesene Dosierung, zahlreiche Präparate weisen nicht ausgewiesene und zum Teil nicht-zugelassene Substanzen auf und betrügerische Falschangaben sind leider keine Seltenheit

Dieser Artikel soll Hinweise geben:

  1. worauf sie unbedingt achten sollten, wenn sie Vitamin K2 kaufen,
  2. welche bekannten Probleme derzeit am Markt bestehen und
  3. wie man ein wirklich gutes Vitamin-K2-Präparat erkennt.

Vitamin K2 Präparate kaufen: Worauf ist zu achten?

Bevor Sie Vitamin K2 kaufen, sollten Sie genau wissen, was Sie brauchen und in welchen wesentlichen Punkten sich Vitamin-K2-Präparate unterscheiden.

Die vier wichtigsten Kriterien sind.

  1. Wirkstoffe
    Optionen: Vitamin K2 MK4, Vitamin K2 MK7, Vitamin K2 MK7 all-trans, mikroverkapselt
  2. Form
    Optionen: Tabletten, Kapseln oder Öl
  3. Zusatzstoffe
    Optionen: hochrein, unumstrittene Zusätze, umstrittene Zusätze
  4. Preis

Vitamin K2 kaufen: Das beste Vitamin-K2-Präparat

Folgende Checkliste kann als Vorlage dienen, wenn Sie Vitamin K2 kaufen. Alle diese Punkte sollten nach Möglichkeit erfüllt sein.

Wirkstoff

Vitamin K2 MK7 all-trans
Bei Kombination mit Calcium oder Magnesium mikroverkapselt

Mit Labortest: Gehalt und all-trans

Form

Öl (reines MCT-Öl)

Dosierung

100 – 300 µg K2 (etwa 3 µg pro kg Körpergewicht)

Zusatzstoffe

Keine umstrittenen Zusatzstoffe

Preis

Günstig für hohe Qualität

Im Folgenden sollen alle diese Punkte nun im Detail erläutert werden.

Vitamin K2 kaufen: Der richtige Wirkstoff

Vitamin K2 existiert in verschiedenen Formen, die nach der länge ihrer chemischen Seitenketten nummeriert sind. Derzeit erhältlich sind Präparate mit den Wirkstoffen Vitamin K2 MK4, Vitamin K2 MK7 und selten Vitamin K2 MK9.

Vitamin K2 MK7 ist die wirksamste Form von Vitamin K2. Die Bioverfügbarkeit und Halbwertszeit im Körper ist deutlich höher als bei K2 MK4.[1, 2]

K2 MK7 existiert wiederum zwei Formen: cis-MK7 und trans-MK7. Der Körper nur das all-trans K2 MK7 wirklich verwerten. Voll wirksam sind nur solche Präparate, die ausschließlich trans-MK7 enthalten. Diese werden als „Vitamin K2 MK7 all-trans“ ausgezeichnet. Es ist also unbedingt auf die Auszeichnung als mindestens 99% all-trans MK7 zu achten. [3, 4]

Für Präparate, die Vitamin K2 mit Calcium kombinieren, sollte zudem unbedingt ein mikroverkapselter Wirkstoff eingesetzt werden, da das Calcium das Vitamin K2 sonst in kürzester Zeit zerstört.

Etikettenschwindel mit all-trans Mk7

Leider ist auch der Auszeichnung als „all-trans“ jedoch nicht unbedingt zu trauen. Derzeit dominieren sehr günstige Wirkstoffe aus Asien den Markt, die eine Mischung aus cis- und trans-MK7 enthalten und damit zum Teil wirkungslos sind. Trotzdem werden die Präparate irreführender Weise als all-trans Produkte vertrieben.

Eine aktuelle Studie aus dem Jahr 2018 hat verschiedene Vitamin-K2-Präparate am Markt untersucht und kam zu dem Ergebnis, dass der Großteil aller Präparate hauptsächlich wirkungsloses cis-MK7 enthielt – allen Angaben auf dem Label und in der Beschreibung zum Trotz. Eines der getesteten Präparate enthielt sogar überhaupt kein Vitamin K2.[5] Dies zeigt das bedauerliche Ausmaß des Etikettenschwindels am Markt.

Eine eigene Untersuchung, die wir mit einigen der Top-Sellern der Verkaufsplattform amazon.de durchgeführt haben, zeigte das gleich Bild: Mehr als die Hälfte der Produkte enthielten vorwiegend cis-MK7 und waren zum großen Teil wirkungslos.

Vitamin K2 kaufen mit Labortest

Idealerweise sollte der Hersteller aufgrund dieser Situation einen Labortest vorlegen der nachweist, dass  a) das Produkt die angegebene Menge Vitamin K2 enthält und b) es sich wirklich um >99% all-trans K2 MK7 handelt.

Der Labortest muss am fertigen Produkt erfolgen, da große Verluste auch während der Produktion entstehen können. Zudem sind die Analysezertifikate der Rohstoffe oft von den Produzenten gefälscht.

Der Nachweis der K2-Isomere gelingt nur mit sehr speziellen Meßmethoden, die derzeit nur von wenigen Labors durchgeführt werden können. Das bekannteste Labor ist Synthetica in Norwegen, chinesische Labortests sind selten verlässlich.

Vitamin K2 kaufen: Die richtige Dosierung

Der genaue Bedarf an Vitamin K2 ist derzeit nicht abschließend wissenschaftlich geklärt. Aktuelle Studien deuten aber darauf hin, dass mindestens 100µg Vitamin K2 nötig sind, um die K2-abhängigen Proteine ausreichend zu aktiveren.[6]

Leider verhält es sich bei der Dosierung sehr ähnlich wie beim Wirkstoff: Ein Report der Firma Kappa aus dem Jahr 2016, welche die Stabilität von Vitamin-K2-Produkten untersuchte, hatte zum Ergebnis, dass der Großteil aller Präparate am Markt nicht ansatzweise die auf dem Etikett angegebenen Dosierungen erfüllte. Nur ein Drittel enthielt die angegebene Menge K2.

Dies betraf erwartungsgemäß besonders Produkte, die Vitamin K2 zusammen mit Calcium enthielten. Aber auch reine K2-Produkte schnitten nicht viel besser ab. Und auch in dieser Studie gab es wieder Produkte, die überhaupt keinen nachweisbaren Wirkstoff enthielten und damit völlig wirkungslos waren. [7]

Vitamin K2 kaufen: Die richtige Form

Vitamin K2 ist fettlöslich und kann nur zusammen mit Fetten optimal aufgenommen werden. K2-Öle sind zudem die reinsten und preiswertesten Präparate. Die Handhabung von Vitamin-K2-Öl ist bequem und die Dosierung flexibel. Eine weitere Option sind Kapseln, welche MCT-Öl in Pulverform enthalten.

Das Trägeröl sollte dabei unbedingt nur absolut reines MCT-Öl sein, da ungereinigte pflanzliche Öle wie zm Beispiel manche Sonnenblumen- oder Olivenöle teilweise schnell oxidieren und das Vitamin K2 zersetzen. Bei vergleichbaren Untersuchungen mit Vitamin D und Vitamin A kam es durch diese oxidierten Fette zu Verlusten von bis zu 70%.

Ein Problem an dieser Stelle ist der Fakt, dass die von den Herstellern eingekauften Wirkstoffe oft bereits minderwertige Öle enthalten. Selbst nach der Mischung mit MCT-Öl können so kleinere Wirkstoffverluste entstehen. Diese Öle sind nicht auszeichnungspflichtig. Nur Hersteller, die sich zu einer echten Volldeklaration absolut aller Inhaltstoffe verpflichten, geben solche versteckten Inhaltsstoffe mit an.

Umstrittene Zusatzstoffe

Vitamin-K2-Präparate, besonders Tabletten – aber auch Öle, können eine ganze Reihe von Zusatzstoffen enthalten. Viele dieser Zusätze gelten als umstritten, da ihre gesundheitliche Wirkung nicht eindeutig geklärt ist. Idealerweise sollte ein Präparat so wenig Zusätze wie möglich enthalten und ohne umstrittene Zusätze auskommen.

Jeder Zusatzstoff erhöht zudem die Gefahr, dass unerwünschte Verunreinigungen in das Produkt eingebracht werden. Immer wieder werden im Profi-Sport unerlaubte Medikamente in handelsüblichen Vitamin-Präparaten nachgewiesen, die durch die Zusatzstoffe in das Präparat gelangen und zu unbeabsichtigtem Doping führen. [8–13]

Nur den Untersuchungen durch diesen Umstand ist es zu verdanken, dass das tatsächliche Ausmaß der Verunreinigungen in Nahrungsergänzungsmitteln allgemein bekannt geworden ist.

Liste umstrittener Inhaltsstoffe

Hier eine Liste der häufigsten Zusatzstoffe, die wir als umstritten eingestuft haben. Diese Zusatzstoffe sollten Sie vermeiden, wenn Sie Vitamin K2 kaufen.

Magnesiumstearat

Gegenstand von Kontroversen, eventuell Beeinträchtigung der Wirksamkeit

Stearinsäure

Gegenstand von Kontroversen, eventuell negative Auswirkungen auf das Immunsystem

Eisenoxid

kann umstrittene Nanopartikel enthalten

Titanoxid

kann umstrittene Nanopartikel enthalten

Aspartam

Steht im Verdacht, Nebenwirkungen zu verursachen

Xylitol

Steht im Verdacht, Nebenwirkungen zu verursachen

Vorsicht vor versteckten Zusätzen

Selbst wenn auf dem Etikett keine Zusätze angegeben sind, kann das Präparat trotzdem versteckte Zusätze enthalten. Rechtlich müssen Hersteller nur die Zutaten auf dem Etikett angeben, die von ihnen selbst zugesetzt wurden. Oft enthalten aber schon die angekauften Rohstoffe eine ganze Reihe von Zusatzstoffen, die nicht deklarierungspflichtig sind.

Selbst wenn also nur „Vitamin K2“ auf einem Label steht, können sich dahinter diverse Zusatzstoffe verbergen, die dem Verbraucher nicht angezeigt werden.

Die Großzahl aller Vitamin-K2-Produkte enthält auf diese Weise eine ganze Reihe versteckter Zusätze. Nur  Hersteller, die sich ausdrücklich zu einer Volldeklaration (Clean Label) verpflichten, geben solche Zusatzstoffe mit an.

Zu den häufig verwendeten versteckten Zusätzen gehören unter anderem:

  • Minderwertige Öle (als Träger des Rohstoffs)
  • Maltodextrin
  • Modifizierte Stärke
  • Sucrose/Saccharose
  • Natriumascorbat
  • Silikondioxid
  • Magnesiumstearat

Vitamin K2 kaufen – nur bei renommierten Herstellern

Bei kaum einem anderen Vitamin ist der Markt so von minderwertigen Wirkstoffen und Etikettenschwindel betroffen wie bei Vitamin K2. [6]

Besonders auf großen Verkaufsplattformen wie amazon und ebay scheint Etikettenschwindel extrem weit verbreitet zu sein. Viele der dort vertriebenen Hersteller präsentieren sich zwar sehr seriös, tatsächlich handelt es sich aber um reine Briefkastenfirmen, die fertige Produkte billig einkaufen.

Unsere Empfehlung ist darum, auf seriöse, renommierte Qualitäts-Hersteller zu setzen, die alle oben genannten Kriterien erfüllen. Diese sollten über eigenen Webshop und/oder Ladengeschäft verfügen und nicht ausschließlich über die  großen Online-Portale vertreiben.

Quellen

  1. Gröber U, Reichrath J, Holick M, Kisters K (2014) Vitamin K: an old vitamin in a new perspective. Dermato-Endocrinology 6:e968490 DOI: 10.4161/19381972.2014.968490
  2. Sato T, Schurgers LJ, Uenishi K (2012) Comparison of menaquinone-4 and menaquinone-7 bioavailability in healthy women. Nutr J 11:93 PMCID: PMC3502319
  3. Møller M, Gjelstad IMF, Baksaas I, Grande T, Aukrust IR, Drevon CA (2016) Bioavailability and Chemical/Functional Aspects of Synthetic MK-7 vs Fermentation-Derived MK-7 in Randomised Controlled Trials. International Journal for Vitamin and Nutrition Research 1–15 DOI: 10.1024/0300-9831/a000258
  4. Lowenthal J, Vergel Rivera GM (1979) Comparison of the activity of the cis and trans isomer of vitamin K1 in vitamin K-deficient and coumarin anticoagulant-pretreated rats. J Pharmacol Exp Ther 209:330–333 PMID: 439009
  5. Szterk A, Zmysłowski A, Bus K (2018) Identification of cis / trans isomers of menaquinone-7 in food as exemplified by dietary supplements. Food Chemistry 243:403–409 DOI: 10.1016/j.foodchem.2017.10.001
  6. Inaba N, Sato T, Yamashita T (2015) Low-Dose Daily Intake of Vitamin K(2) (Menaquinone-7) Improves Osteocalcin γ-Carboxylation: A Double-Blind, Randomized Controlled Trials. J Nutr Sci Vitaminol 61:471–480 PMID: 26875489
  7. Kappa Bioscience (2016) Market Study: K2 Stability 2016.
  8. Mathews NM (2018) Prohibited Contaminants in Dietary Supplements. Sports Health: A Multidisciplinary Approach 10:19–30 DOI: 10.1177/1941738117727736
  9. Martínez-Sanz J, Sospedra I, Ortiz C, Baladía E, Gil-Izquierdo A, Ortiz-Moncada R (2017) Intended or Unintended Doping? A Review of the Presence of Doping Substances in Dietary Supplements Used in Sports. Nutrients 9:1093 DOI: 10.3390/nu9101093
  10. Cohen PA (2009) American Roulette — Contaminated Dietary Supplements. New England Journal of Medicine 361:1523–1525 DOI: 10.1056/NEJMp0904768
  11. Geyer H, Parr MK, Koehler K, Mareck U, Schänzer W, Thevis M (2008) Nutritional supplements cross‐contaminated and faked with doping substances. Journal of Mass Spectrometry 43:892–902 DOI: 10.1002/jms.1452
  12. de Hon O, Coumans B (2007) The continuing story of nutritional supplements and doping infractions. British Journal of Sports Medicine 41:800–805 DOI: 10.1136/bjsm.2007.037226
  13. Maughan R (2005) Contamination of dietary supplements and positive drug tests in sport. Journal of Sports Sciences 23:883–889 DOI: 10.1080/02640410400023258